Sternschnuppen, Sonnenfinsternis und ein guter Riesling – der August bietet viel

Wer seinen Blick schon einmal nach oben geworfen hat, weiß: Der Sternenhimmel bietet immer wieder ein spannendes Liveprogramm. In diesem August legt er sogar eine kleine Doppelvorstellung hin. Erst flitzen die Perseiden als Sternschnuppen über das Firmament, kurz darauf schiebt sich der Mond vor die Sonne und sorgt für eine beeindruckende partielle Sonnenfinsternis. Christoph Lohuis von der Sternwarte Neuenhaus verrät, warum sich der Blick nach oben in diesem Jahr ganz besonders lohnt.

Partiell Sonnenfinsternis im SolarScope – Copyright: Christoph Lohuis

Los geht es mit den Perseiden. Jahr für Jahr sorgen sie dafür, dass Wünsche im Akkord verschickt werden. Ursache für das Schauspiel ist der Komet Swift-Tuttle. Auf seiner Reise durchs Sonnensystem hat er eine Spur aus winzigen Staubteilchen hinterlassen. Einmal im Jahr kreuzt die Erde genau diese kosmische Krümelspur. Die Teilchen rasen mit enormer Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre, verglühen dort und ziehen als leuchtende Sternschnuppen ihre Bahnen über den Himmel. Weil sie scheinbar aus dem Sternbild Perseus kommen, tragen sie den Namen Perseiden. Für die perfekte Sternschnuppen-Nacht braucht es übrigens erstaunlich wenig. Eine bequeme Gartenliege, freie Sicht Richtung Nordosten und etwas Geduld reichen völlig aus. Wer mag, stellt sich noch ein gut gekühltes Glas Riesling daneben – schließlich lassen sich Sternschnuppen in guter Gesellschaft bekanntlich noch schöner beobachten. Je dunkler der Standort, desto mehr Sternschnuppen sind zu entdecken. Aber auch der heimische Garten ist oft völlig ausreichend. Wer nun hofft, im Minutentakt Sternschnuppen zählen zu können, sollte die Erwartungen allerdings etwas bremsen. Von bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde ist zwar häufig zu lesen, doch diese Traumwerte gelten nur unter perfekten Bedingungen. Christoph Lohuis rechnet – abhängig von Wetter und Beobachtungsort – eher mit fünf bis 30 Sternschnuppen pro Stunde. Das klingt zwar bescheidener, reicht aber immer noch locker für eine ganze Reihe guter Wünsche. Und weil Zuschauen allein manchmal nicht genügt, lohnt sich auch ein Besuch in unserer Sternwarte. Hier liegen echte Meteoriten aus – also genau das Material, aus dem Sternschnuppen entstehen. Das Beste daran: Unsere Gäste dürfen die Gesteinsbrocken aus dem All nicht nur bestaunen, sondern sogar anfassen. Wann hält man schließlich schon einmal ein Stück Weltall in den eigenen Händen?

Meteoriten zum Anfassen

Das Sternschnuppen-Spektakel ist noch nicht vorbei, da wartet am Mittwoch, 12. August 2026, bereits das nächste Highlight. Dann spielt der Mond kurzzeitig einen riesen Sonnenschirm. In der Grafschaft Bentheim werden rund 86 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt sein. Wer die Sonne komplett verschwinden sehen möchte, muss allerdings etwas weiter reisen – zum Beispiel nach Spanien, wo die Finsternis in ihrer totalen Form zu erleben ist. Dass sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt, passiert bei jedem Neumond. Meistens schiebt er sich allerdings knapp ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Erst wenn Sonne, Mond und Erde nahezu perfekt auf einer Linie stehen, kommt es zu einer Sonnenfinsternis – und genau das ist am 12. August der Fall. In der Grafschaft Bentheim beginnt das Schauspiel gegen 19.15 Uhr. Der Höhepunkt wird gegen 20.10 Uhr erreicht, bevor die Finsternis gegen 21.00 Uhr endet.

Partielle Sonnenfinsternis im SolarScope – Copyright: Christoph Lohuis

Ab 20 Uhr lädt die Sternwarte Neuenhaus alle Interessierten zur gemeinsamen Beobachtung ein. Für diesen Abend ist eine Voranmeldung notwendig. Beobachtet werden kann die Finsternis von dort bis etwa 20.30 Uhr. Danach verschwindet die Sonne hinter den umliegenden Häusern – selbst der schönste Himmelsfilm muss irgendwann seinen Abspann haben. Für den sicheren Blick auf die Sonne ist selbstverständlich gesorgt. Spezielle Sonnenteleskope und geprüfte Sonnenfinsternisbrillen stehen an der Sternwarte bereit. Christoph Lohuis macht außerdem deutlich: Der direkte Blick in die Sonne ist ohne geeigneten Schutz tabu. Schon wenige Sekunden können schwere und dauerhafte Schäden an der Netzhaut verursachen. Auch Ferngläser und Teleskope dürfen ausschließlich mit speziellen Sonnenfiltern genutzt werden.

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