Vielleicht ein paar Minuten Auszeit…

Die aktuelle Situation stellt uns und unsere gesamte Gesellschaft auf eine Probe. Auch das Firmament führt uns vor Augen, dass wir alle unter dem gleichen Sternenzelt leben. Darüber hinaus eröffnet dieser Blick neben der Naturwissenschaft auch Spielräume für Glaube oder philosophische Themen – jeder, wie er es möchte. Vielleicht schwingt dann auch etwas Hoffnung mit, dass wir diese Situation gemeinsam schaffen werden.

Vielleicht kann der Blick zum Sternenhimmel auch für ein paar Minuten die negativen Schlagzeilen vergessen machen und die Gedanken schweifen ein wenig in die Tiefen des Universums ab. Dieses ist zumindest die Idee meiner folgenden Zeilen – eine Abwandlung meines Blogs „Astronomie für die Halbzeitpause“.

Wir starten mit dem Großen Wagen. Diese Konstellation kennt fast jeder und genau so viele haben ihn bereits am Himmel gesichtet. Den Großen Wagen muss man sich nicht wie ein großes Auto vorstellen, sondern eher wie einen Bollerwagen – in der Grafschaft Bentheim passt wunderbar der Begriff des Kloatscheeterwagens. Vorne die Deichsel zum Ziehen, hinter der Kasten, der mit Käse, Wurst und Flüssigem gefüllt ist. Was viele nicht wissen, der Große Wagen ist kein Sternbild, er ist lediglich Teil des viel größeren Sternbildes Große Bärin – und richtig: weiblich. Somit lässt sich auch erklären, dass der Große Wagen in anderen Ländern auch andere Namen trägt. In Nordamerika wird vom Big Dipper (große Schöpfkelle) oder in den Niederlanden von der Steelpan (Stielpfanne) gesprochen.

Die Ansicht zeigt den aktuellen Sternenhimmel gegen 21.00Uhr – Blickrichtung Norden

Liebe, Eifersucht und Strafe

Wie kommt die Große Bärin jetzt ans Firmament? Diese Geschichte aus der griechischen Mythologie ist genau so kompliziert, wie die Beziehungsgeflechte mancher Vorabendserie. Meine Zusammenfassung lautet: Zeus war Haudegen seiner Zeit, verliebte sich in die gut aussehende Kallisto, die von ihm schwanger wurde. Neun Monate später begrüßte ein neuer Erdenbürger mit dem Namen Arkas die Welt. Natürlich raste die Gattin von Zeus vor Eifersucht und verwandelte Kallisto in eine Bärin – spektakulär. Jetzt wird es aber richtig kurios. Arkas wurde im Laufe der Zeit zu einem guten Jäger und traf, wie sollte es in einem frühgeschichtlichen Blockbuster auch anders sein, unwissend auf Kallisto alias die Bärin und wollte diese erlegen. Kurz vor knapp gelang Zeus noch die Rettung und versetzte beide zum Schutz an das nächtliche Firmament; hierbei wurde Arkas zum Kleinen Bären (eigentlich auch kleine Bärin).

Hera tobte noch immer vor Wut und erwirkte, dass beide niemals das erfrischende Meer erreichten. Somit sind beide Konstellationen von unseren Breiten aus immer zu sehen – egal zu welcher Uhrzeit, egal zu welchem Datum. Sternbilder, die niemals die Horizontlinie unterschreiten, werden als zirkumpolare Sternbilder bezeichnet.

Womit geht es weiter? Als nächstes rückt der Kleine Wagen mit dem Polarstern in den Mittelpunkt.

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